HIVESENSE: Wie zwei Salzburger Gründer Angreifer mit digitalen Ködern enttarnen

Das Salzburger Startup HIVESENSE entwickelt eine Plattform, die Cyberangriffe innerhalb von Unternehmensnetzwerken frühzeitig sichtbar macht. Die Gründer Florian Entleitner und Alexander Moosmann setzen dabei auf Deception Technology als zusätzliche Erkennungsschicht und suchen nun weitere Pilotpartner.
Knapp drei Millionen Angriffsversuche in nur 24 Stunden. So viele Zugriffe haben Florian Entleitner und Alexander Moosmann auf ihren eigenen Ködersystemen im offenen Internet gezählt. Automatisierte Scans, Passwort-Attacken, gezielte Einbruchsversuche, rund um die Uhr. „Das ist die Realität für jedes Unternehmen“, sagt Entleitner. „Die meisten dieser Angriffe werden abgewehrt. Gefährlich sind die wenigen, die durchkommen und dann oft lange unbemerkt bleiben.“
Genau diese Lücke will HIVESENSE schließen.
Aus der Forschung in die Praxis
Die Idee zu HIVESENSE entstand aus Entleitners Masterarbeit, in der er sich intensiv mit Honeypots beschäftigte, also mit Systemen, die Angreifer gezielt anlocken. „Mir wurde schnell klar, dass dieser Ansatz in der Praxis viel zu selten genutzt wird, obwohl er enorm wirksam ist“, erzählt er. Gemeinsam mit Alexander Moosmann, mit dem ihn die Leidenschaft für IT-Security verbindet, machte er daraus ein Unternehmen.
Im Herbst 2025 wurde das Duo in die Startup Factory des Netzwerks Startup Salzburg aufgenommen, im März 2026 folgte die Gründung der HIVESENSE FlexCo mit Sitz in Puch bei Hallein. Bewusst setzt das Team dabei auf europäische Infrastruktur und digitale Souveränität.
Köder, die nur Angreifer anfassen
Das Prinzip hinter HIVESENSE: Im Netzwerk eines Unternehmens werden täuschend echte Server, Datenbanken, Zugangsdaten oder Industriesteuerungen platziert. Im normalen Betrieb nutzt sie niemand, kein Mitarbeiter hat einen Grund, darauf zuzugreifen. Wer es trotzdem tut, verrät sich. „Jeder Zugriff auf einen Köder ist per Definition verdächtig“, erklärt Entleitner. „Das liefert dem IT-Team ein sehr klares Signal, ohne dass es in einer Flut von Meldungen untergeht.“
Wichtig ist den Gründern dabei die Einordnung: HIVESENSE ersetzt keine Firewall und keinen Virenschutz. „Bestehende Sicherheitslösungen sind unverzichtbar“, sagt Moosmann. „Aber sie erkennen vor allem bekannte Bedrohungen. Wir ergänzen sie um eine Schicht im Inneren des Netzwerks, die genau dann anschlägt, wenn jemand die erste Verteidigungslinie bereits überwunden hat.“
Stark in der Produktion
Besonders großes Potenzial sehen die Gründer in der Industrie. Maschinensteuerungen laufen oft jahrelang ohne Updates, klassische Sicherheitssoftware lässt sich dort kaum installieren. HIVESENSE bildet deshalb neben gängigen IT-Diensten auch industrielle Protokolle nach, ohne dass an den echten Anlagen etwas verändert werden muss. Die Einrichtung ist schlank: Ein einzelner Connector genügt, die ersten Köder sind in unter 15 Minuten aktiv.
Im Fokus stehen mittlere bis große Unternehmen, grundsätzlich aber alle Organisationen mit eigener IT-Infrastruktur oder Produktion. „Große Konzerne haben eigene Security-Teams. Die meisten Unternehmen dieser Größe haben ein kleines IT-Team, das sich um alles gleichzeitig kümmert. Für sie muss Früherkennung einfach und leistbar sein“, so Entleitner.
Pilotpartner gesucht
Die Plattform ist bereits bei ersten Pilotkunden im Einsatz, der Markteintritt im DACH-Raum läuft. Vertrieben werden soll HIVESENSE künftig vor allem über IT-Dienstleister und Managed Security Provider.
Jetzt sucht das Team weitere Unternehmen, die HIVESENSE in ihrer eigenen Infrastruktur einsetzen und die Weiterentwicklung aktiv mitgestalten wollen, ebenso IT-Dienstleister, die ihr Angebot um Deception Technology erweitern möchten. Pilotpartner erhalten Sonderkonditionen und direkten Draht zum Gründerteam. „Wir wollen das Produkt nicht im Labor entwickeln, sondern gemeinsam mit Unternehmen aus der Praxis“, sagt Moosmann. „Wer jetzt einsteigt, bestimmt mit, wohin sich HIVESENSE entwickelt.“
Kontakt zu Hivesense:
hivesense-security.com
team@hivesense.at
+43 670 65 75 217