Jedes Hobby hat sein digitales Zuhause. Kunst bis dato nicht.

Als Läufer:in hat man Strava. Wer Musik hört, hat Spotify. Wer kocht, liest, zockt oder Wein trinkt, hat eine App, die weiß, was einem gefällt und ihm das Nächste vorschlägt. Wer Kunst liebt, hat einen Audioguide, eine Eintrittskarte, die im Mistkübel landet und ein paar Fotos, die in der Fotogalerie am Smartphone verloren gehen.

Das Wiener Start-up Artfluence will das ändern und möchte die Plattform für Kunst werden.

Kunst von oben herab

Kunstvermittlung funktioniert bis heute einseitig. Die Institution entscheidet, was wichtig ist. Das Publikum nickt, liest das Schild und geht weiter. Was die Besucher:innen tatsächlich berührt, fragt kaum jemand. Was sie auf dem Heimweg noch im Kopf haben, weiß niemand.

Artfluence dreht das um. In der App scannen Nutzer:innen Kunstwerke, liken sie, sammeln sie in einer eigenen Galerie und lernen dabei ihren eigenen Geschmack kennen. Dabei entsteht nach und nach ein persönliches Geschmacksprofil, woraus die App für jede Ausstellung einen persönlichen Match Score berechnet. Schließlich werden Ausstellungen, die zum eigenen Kunstgeschmack passen, empfohlen.

Artfluence sieht Kunst als edukatives, soziales Medium und nicht nur als Pflichttermin am Regensonntag und möchte das einer jungen Zielgruppe näherbringen.

Das Museum als Bühne

Im MAK läuft derzeit das Pilotprojekt „Museum angewandter Daten“. In der Ausstellung WIEN 1900 – Alltag. Gesamtkunstwerk zeigt ein LED-Screen live, was Artfluence-Nutzer:innen gerade entdecken und favorisieren. Das Publikum kuratiert mit, sichtbar für alle. Abschluss ist ein Event am 13. Oktober um 19:00 bei freiem Eintritt.

Dass das Prinzip der Partizipation funktioniert, hat das Team schon vor der Gründung gezeigt. Bei der #ARTfluence-Kampagne 2023 in der Heidi Horten Collection stimmte das Publikum über seine Lieblingswerke ab und es kamen über 21.000 Stimmen zusammen.

Das Museum ist Partner und Bühne. Das Geschäftsmodell basiert auf Daten & Erlebnissen, die Menschen ins Haus holen.

Das Team

Gegründet wurde Artfluence 2025 in Wien von Alexander Windberger, Felix Oncken, Paul Bock und Hanna Facchinelli. Die Hintergründe reichen von Werbung und Projektmanagement über Vertrieb bis zur Kulturstrategie. Das mittlerweile siebenköpfige Team wurde durch technische Expertise erweitert.

Was noch kommt

Zuerst Österreich, dann der deutschsprachige Raum, dann Europa. Die nächsten Schritte sind der Ausbau der Social Features und schrittweise größere Projekte mit Museen, Messen und internationalen Kulturinstitutionen.

Damit Kunst endlich auch ein digitales Zuhause hat.

Mehr erfahren: https://artfluence.app/